
Freiwillige Prüfung durch externe Fachleute bescheinigt den Kliniken Lindlar und Engelskirchen hohe Standards in Medizin, Pflege und Betriebsführung
Was das TÜV-Siegel für Autos ist, ist das KTQ-Zertifikat für Krankenhäuser: Eine Bescheinigung, dass die Leistung hohen und genau definierten Standards entspricht. Großer Unterschied jedoch: Alle Autos müssen zum TÜV, Kliniken stellen sich der Zertifizierung freiwillig. Nach rund eineinhalbjähriger Vorbereitung haben die Katholischen Kliniken mit ihren Häusern Lindlar und Engelskirchen die Überprüfung ihres Qualitätsmanagements nach dem System KTQ erfolgreich bestanden. Am 12. August wurde das Zertifizierungssiegel verliehen. Die nach eigenen Angaben führende Organisation für die Zertifizierung medizinischer Einrichtungen, die „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen“ (www.ktq.de), bescheinigt den Kliniken damit eine Qualitätsorientierung auf hohem Niveau, die alle Arbeitsbereiche umfasst. Der Zertifizierung vorausgegangen war eine viertägige Prüfung beider Häuser in der Zeit vom 23. bis 26. Juni durch externe Klinik-Fachleute, die für diese Aufgabe speziell ausgebildet sind.
„Qualitätsmanagement heißt, dass Kliniken ihre Arbeitsabläufe sinnvoll und nach festgelegten Standards strukturieren, diese für Patienten und Mitarbeiter nachvollziehbar beschreiben und die Einhaltung der Standards laufend überwachen“, erläutert Sabine Cassel, die QM-Beauftragte der Katholischen Kliniken. „Patienten, die sich in einer zertifizierten Klinik behandeln lassen, haben die Gewähr, dass die Anforderungen des QM eingehalten werden. Das QM-Zertifikat gilt daher auch als ‚Gütesiegel’, an dem sich immer mehr Patienten bei der Auswahl einer Klinik orientieren. Wir haben unser Gütesiegel nach einer rekordverdächtig kurzen Vorbereitungszeit von nur eineinhalb Jahre erhalten. Das zeigt, wie intensiv alle Mitarbeiter trotz der schwierigen Strukturreformen bei den KKO für dieses Ziel gearbeitet haben. Mit dieser Gemeinschaftsanstrengung haben wir eindrucksvoll bewiesen, wie leistungsfähig unsere Häuser sind.“
Anders als beispielsweise DIN ISO 9001 ist KTQ ein speziell auf die Belange von Gesundheitseinrichtungen und Kliniken zugeschnittenes QM-Verfahren, dass in vierjähriger Entwicklungsarbeit von Experten aus der Krankenhauspraxis unter der Leitung von Vertretern der Spitzenverbände der Krankenkassen, der Bundesärztekammer, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und des Deutschen Pflegerates entwickelt wurde. KTQ betrachtet Krankenhäuser ganzheitlich und interdisziplinär und fragt die Leistungsfähigkeit einer Klinik nach sechs Kategorien ab: Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im Krankenhaus, Informationswesen, Krankenhausführung und schließlich das Qualitätsmanagement selbst. Nur Kliniken, die in allen vorgenannten Kategorien eine Mindestpunktzahl erreichen, erhalten das begehrte KTQ-Siegel. Bundesweit ist etwa jede dritte Klinik nach KTQ zertifiziert; die Zertifizierung muss alle drei Jahre wiederholt werden.